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Daten mit Platznot

10.09.2017

Apple Geräte mit wenig Speicher kaufen?

Während der Speicher der meisten Android Geräte durch eine SD Karte kostengünstig erweitert werden kann, gucken Apple Nutzer bei akutem Speichermangel oft in die Röhre. Apple hat sich von Anfang an gegen eine Erweiterungsmöglichkeit per SD-Karte ausgesprochen. Neben designtechnischen Gründen führt Apple vor Allem Bedenken bei der Stabilität der Software an, denn zu langsame oder qualitativ minderwertige SD Karten können die Geschwindigkeit und damit die Stabilität des gesamten Betriebssystems negativ beeinflussen.

Schnell wird der Speicher auf 16GB Modellen knapp
Schnell wird der Speicher auf 16GB Modellen knapp

Statt einer Erweiterungsmöglichkeit für Speicher gibt es Apples iPhones, iPods und iPads in verschiedenen Speicher-Ausbaustufen. Apple Nutzer müssen sich also vor dem Kauf eines Gerätes Gedanken machen, wie viel Speicher sie für Fotos, Videos, Musik und Apps benötigen - ein nachträgliches Aufrüsten ist schlichtweg unmöglich. Leider lässt sich Apple den Speichern fürstlich bezahlen. Während Android Nutzer für eine ausreichend schnelle Marken Micro-SD Karte mit 128GB Speicher gerade einmal 40 Euro (Stand 09. September 2017) bezahlen, blättert der Apple Nutzer beim Kauf seines iPhone 7 110 Euro mehr (Apple Shop, Stand 09. September 2017) hin, wenn er anstatt der 32GB Variante die 128GB Variante haben möchte (und erhält dafür übrigens nur 96GB mehr).

 

Die aktuelle iOS Version benötigt von Hause aus ca. 4GB Speicher. Dem Käufer eines brandneuen iPhone mit 16GB bleiben also nur ca. 12GB. Hinzu kommt das aktuelle Apps und die nicht mehr wegzudenkenden hochauflösenden Fotos und Videos immer mehr Speicher benötigen. Die Nutzung eines Apple Gerätes mit der kleinsten Ausbaustufe mit 16GB wird also stark eingeschränkt. Dieses Problem hat auch Apple erkannt und Anfang des Jahres die 16GB Variante des iPhone 6S aus dem Handel genommen. Das iPhone 7 gab es nie in der 16GB Variante. Die kleinste Speichervariante bei beiden Modellen ist nun die mit 32GB.

Aber was wenn man nun ein Modell mit lediglich 16GB hat oder ein gutes (Gebraucht-)Angebot eines 16GB Modells gefunden hat? Netterweise lässt Apple die Besitzer eines solchen Gerätes nicht im Regen stehen - vorausgesetzt das Modell ist noch nicht komplett veraltet und empfängt noch Software Updates. Aktuell enthält das iPhone 5s als ältestes Modell noch regelmäßige Updates - das iPhone 5 (ohne S) wird dagegen nicht mehr mit aktueller Software versorgt.

 


APFS Dateisystem

APFS ("Apple File System") ist ein von Apple entwickeltes Dateisystem, welches für Flash Speicher - wie er in Mobil-Geräten zum Einsatz kommt - optimiert ist. Neben Verbesserungen bei der Geschwindigkeit und einigen weiteren Vorteilen bringt dieses Dateisystem ein Feature, welches ein Segen für iPhone- und iPad Nutzer mit knappem Speicher sein dürfte: Den "Clone" Mechanismus.
Dieser sorgt dafür, dass Dateien welche mehrfach auf dem Speicher vorhanden sind - und das sind einige - zukünftig nur noch einmal Speicherplatz belegen. Alle Kopien einer Datei, verweisen nun einfach auf das Original, anstatt tatsächlich mehrfach vorhanden zu sein.
Mit dem Update auf iOS 10.3 wurden alle Apple Geräte automatisch vom veralteten HFS Dateisystem auf das moderne APFS umgestellt. In vielen Fällen brachte diese Umstellung zwischen 1 und 3 GB mehr freien Speicher ein - eine Menge für Besitzer der 16GB Varianten. - Mehr Infos zu APFS und dem Cloning gibt es bei Wikipedia.


iOS 11

Mit iOS 11 wird Apple neue Dateiformate für Fotos und Videos einführen. Derzeit werden Fotos auf Smartphones oder Digitalkameras fast ausschließlich im JPEG Format gespeichert. Nun ist dieses Format mittlerweile 25 Jahre alt und somit ziemlich in die Jahre gekommen. Apple will an diesem Standard nun rütteln und führt mit der nächsten iOS Version das Format "HEIF" ("High Efficience Image File Format") ein. Dieses benötigt für ein Bild nur etwa halb so viel Platz wie das JPEG Format.
Das HEIF basiert auf dem HEVC - dem "High Efficiency Video Coding". HEVC wird zukünftig für die Speicherung von Videos genutzt und wird diese ebenfalls effizienter speichern. Videos wurden bisher mit dem H.264 Codec komprimiert welcher schon recht effizient arbeitete. Mit dem HEVC führt Apple nun den Nachfolger - H.265 ein. Von der Effizienzsteigerung in diesem modernen Codec profitieren also zukünftig Fotos und Videos.
In der Praxis wird es so aussehen, dass Fotos und Videos beim Update auf iOS 11 in die neuen Formate konvertiert werden. Will man ein Bild oder Video teilen, wird dieses vor dem Teilen in das herkömmliche JPEG Format bzw. Videos in ein Format mit H.264 Codec konvertiert. Die Prozessor-Belastung wird also zukünftig zu Gunsten der Speicher-Auslastung steigen, weshalb Besitzer eines älteren iPhone 5S oder 6 ggf. Performance Einbußen spüren werden, während die Prozessoren neuerer Modelle bereits auf diese Technik optimiert sind und deren Besitzer von diesem Vorgang wenig mitbekommen werden.

Eine weitere Platzspar-Neuerung welche in iOS 11 enthalten sein soll, ist die Möglichkeit weniger oft benutzte Apps in die iCloud auszulagern. Dabei werden die App und alle ihre Daten verschlüsselt in der iCloud gespeichert und auf dem Gerät selbst gelöscht. Erst wenn die App wieder benutzt wird, gelangen die Daten zurück auf den Geräte-Speicher.

iOS 11 wird am 19. September diesen Jahres veröffentlicht und bringt die Speicher-Entlastung für alle Besitzer eines iPhone 5S und neuer bzw. iPad 5 / iPad Air / iPad Pro und neuer sowie iPod Touch 6.

 

iCloud

Fotos und Videos in iCloud auslagern - so geht's
Fotos und Videos in iCloud auslagern - so geht's

Eine weitere Möglichkeit Speicherplatz auf dem Gerät zu sparen bietet Apple schon seit längerer Zeit. Man kann seine Fotos und Videos in die iCloud auslagern. Hierbei werden auf dem Gerät selber nur noch stark verkleinerte Versionen der Bilder und Videos gespeichert. Die Original Dateien werden in die iCloud hochgeladen. Erst wenn man sich das Foto / Video ansehen möchte wird die Datei in Ihrer Originalgröße aus der iCloud wieder auf das Gerät geladen.
Der Mechanismus ist dabei so intelligent dass ältere oder weniger oft angesehene Bilder / Videos als erstes in die Cloud ausgelagert werden und öfter benutzte so lange auf dem Gerät verbleiben, wie es der verfügbare Speicherplatz zulässt. Zudem passiert das hochladen in die iCloud nach und nach im Hintergrund, so dass man als Nutzer davon nicht viel mitkriegt und auch nur wenn das Gerät genügend Akku-Reserven hat und im W-LAN eingeloggt ist.
Um dies zu aktivieren geht man in die Einstellungen und wählt dort "Fotos & Kamera". Anschließend aktiviert man zum einen die "iCloud-Fotomediathek" und zum anderen die Option "iPhone-Speicher optimieren" (siehe Abbildung). Anschließend werden nach und nach Bilder in die iCloud geladen und man kann feststellen dass der freie Speicher langsam ansteigt.
Diese Möglichkeit bedingt natürlich einen halbwegs schnellen Internetzugang, am besten über W-LAN ohne Volumenbegrenzung. Zudem bietet Apple "nur" 5GB kostenlosen iCloud Speicher. Die Preise für Speicher-Upgrades sind aber recht moderat (aktuell 0,99€ pro Monat für satte 50GB Speicher).

Bei dieser Lösung ist ein weiterer Vorteil dass die Bilder in der iCloud sicher aufbewahrt sind, und man sich diese auch komfortabel auf dem PC ansehen kann (entweder mit der App "Fotos" auf dem Mac oder unter icloud.com mit jedem beliebigen Browser).

 

 


Mobile Webseite statt App

Indem mein sein eigenes Nutzungsverhalten ändert, kann man ebenfalls viel Platz sparen. So kann man z.B. anstatt für jede Anwendung eine eigene App zu installieren, die mobilen Webseiten der Dienste nutzen, welche oft annähernd genauso komfortabel wie die App sind. Beispiel: Die Facebook App belegt auf den iOS Geräten locker 200MB Speicher und mehr. Alternativ kann man einfach die mobile Webseite facebook.com mit dem Safari Browser nutzen.
Man kann sich sogar über die Safari App eine Verknüpfung auf dem Home-Screen anlegen um noch mehr App Charakter zu haben. Dazu nutzt man im Safari das "Teilen" Symbol und wählt anschließend "Zum Home-Bildschirm" (siehe Abbildung). Anschließend hat man - wie bei einer App - das Symbol auf dem Home-Bildschirm, nur dass sich anstatt der App der Safari mit der entsprechenden Website öffnet.

Verknüpfung zu Mobiler Webseite auf Home-Bildschirm - so geht's
Verknüpfung zu Mobiler Webseite auf Home-Bildschirm - so geht's

Noch ein Vorteil: Die Webseite kommt nicht so einfach an eure Fotos und weitere Dateien auf dem Gerät wie die App. Ähnlich verhält es sich mit den Apps von Amazon, eBay, Instagram, Chefkoch, Mitbringliste, Gebrauchtpreis usw. - alle haben eine komfortabel benutzbare mobile Webseite und die App bietet höchstens einige Zusatz-Features welche nicht jeder benötigt.


Fazit

Wer nicht übermäßig viele Fotos und Videos mit seinem Apple Gerät aufzeichnen möchte und sich mit einer der oben genannten Lösungen anfreunden kann, der kann durchaus noch bei einem Angebot mit 16GB zuschlagen. Dies können gebrauchte Geräte oder neue Geräte aus Restbeständen sein. Neu gibt es die Geräte ohnehin nur noch mit mindestens 32GB aufwärts. Es ist Apple positiv anzurechnen, dass es die Nutzer älterer und magerer ausgestatteter Geräte nicht im Regen stehen lässt.

 

 

 

GB = Gigabyte, MB = Megabyte (1 Gigabyte entspricht 1024 Megabyte. Ein hochauflösendes JPEG Foto benötigt ca. 3 bis 4 Megabyte, 1 Minute Full-HD Video benötigt mit dem H.264 Codec ca. 150 Megabyte).

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